Kindern trauern – aber anders

April 4, 2014 | Author: | Posted in Familienverhältnisse

Bei der Trauerbewältigung entwickelt jeder Mensch seine eigene Methode. Insbesondere Kinder verarbeiten den Tod geliebter Personen anders als Erwachsene. Für Erwachsene ist es dann manchmal nicht erkennbar, dass Kinder trauern. Dadurch sind sie verunsichert und wissen nicht, wie sie sich gegenüber dem Kind verhalten sollen. Der Tod ist in unserer Gesellschaft ein Tabu-Thema. Damit Kinder keine falschen Vorstellungen oder gar Ängste entwickeln, ist es jedoch wichtig, offen damit umzugehen.

Im Gegensatz zu Erwachsenen trauern Kinder nicht kontinuierlich. Sie sind trotz der Belastung durch den Tod immer noch leicht ablenkbar. Klar definierte Trauerphasen wie sie bei Erwachsenen auftreten, existieren bei Kindern nicht. Ihre Trauer zeigt sich auf andere Art und Weise. Häufig sind Kinder, die einen geliebten Menschen verloren haben, sehr launisch. Das Spektrum der Gefühle in der Trauerphase kann innerhalb von Sekunden von Trauer über Gereiztheit bis zu Fröhlichkeit reichen.

Ebenfalls erleben trauernde Kinder häufig Schlafstörungen, oft verbunden mit Albträumen. Typischerweise lassen die Leistungen in der Schule nach. Manchmal kommt es zu einem Entwicklungsrückgang, das Kind zeigt plötzlich längst abgelegte Verhaltensweisen wie beispielsweise bettnässen.

Gerade kleine Kinder können den Tod in seiner gesamten Komplexität noch nicht vollständig erfassen. In ihrer Vorstellung schläft der Verstorbene beispielsweise nur lange oder ist auf einer Reise und kommt auf jeden Fall irgendwann wieder zurück. Deshalb ist es wichtig, dem Kind kindgerecht zu erklären, dass der Tod ein endgültiger Abschied ist. Besonders bei kleinen Kindern ist es ratsam, die Bedeutung des Todes mit Beispielen zu erklären: “Onkel Johannes wird nie wieder mit dir ins Kino gehen können.” Nicht empfehlenswert ist es, die beliebte “Einschlaf-Metapher” zur anschaulichen Erklärung des Todes bei kleinen Kindern zu benutzen. So können sie Angst bekommen, selbst nicht wieder aufzuwachen und wollen dann nicht mehr schlafen.

Ältere Kinder dagegen haben eine genauere Vorstellung davon, was der Tod ist und was er bedeutet. Oft fühlen sie sich jedoch schuldig. Es ist wichtig, immer wieder das Gespräch mit den Kindern zu suchen, ohne sie zu bedrängen und somit bei der Trauerarbeit zu helfen. Gerade in der Pubertät ist der Verlust eines geliebten Menschen für Jugendliche besonders schwierig. In dieser Phase sorgen die Hormone für eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Die Abspaltung von den Eltern beginnt, sodass das Verhältnis in dieser Phase nicht immer das beste ist. Gerade jetzt ist es wichtig, immer wieder aktiv das Gespräch zu suchen, damit sich der Jugendliche unterstützt fühlt.

Verfasst von Karsten

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