Function-Point Methode als Aufwandsschätzung Methode

December 5, 2012 | Author: | Posted in Mathematik

In diesem Artikel werden Function Points als Aufwandschätzungsmethode im Rahmen von Projektmanagement von Softwareprojekten beleuchtet.

Die Function-Point Methode ist ein gängiges Verfahren zur Bestimmung des zu erwartenden Umfangs eines EDV-Projektes. Die Grundlage der Methode stellen die sogenannten function points dar, diese helfen bei der Einschätzung des Aufwandes, da sie den Umfang der EDV-Anforderungen grob eingrenzen können. Da mit Hilfe von function points zunächst nur die fachlichen Anforderungen umrissen werden können, kann die Function-Point Methode schon bei Erstellung des Lastenhefts, d.h. zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Projektentwicklung bzw. Softwareentwicklung, eingesetzt werden.

In einem ersten Schritt werden die zu verarbeitenden Daten und Systemfunktionen nach einem festen Regelsystem gezählt, das Ergebnis dieses Schrittes bezeichnet man als den unjustierten Function-Point-Wert. Dieser kann als objektives Mass für den funktionalen Umfang, den das System dem Anwender bietet, angesehen werden. In einem zweiten Schritt werden die Anforderungen an das System bewertet, der Wert aus dem zweiten Schritt wird dann mit den Punkten aus dem ersten Schritt verknüpft, hieraus erhält man dann den sogenannten justierten Function-Point Wert, der als gute Bewertungsgrundlage für den zu erwartenden Aufwand gelten kann.

Der justierte Function-Point-Wert wird als nächstes anhand von Referenzdaten bewertet, um den Aufwand schätzen zu können. Die Referenzdaten, die z.B. den geschätzten Arbeitsaufwand für eine bestimmte Anforderung beinhalten, sollten idealerweise aus dem eigenen Unternehmen stammen und möglichst auf aktuell abgeschlossenen Projekten basieren; es ist aber auch möglich, mit Referenzdaten aus ähnlichen Unternehmen zu arbeiten, wenn man nicht über derartige Daten verfügt – dies kann die Methode allerdings ungenau machen.

Um Function Points ermitteln zu können, zerlegt man Systeme in elementare Prozesse und logische Bestandteile, denen man nachher nach festgelegten Regeln einen Komplexitätsgrad (einfach, mittel, komplex), den ermittelten Werten weist man Punkte zu. Addiert man diese Punkte erhält man die sogennannten ungewichteten oder unjustierten Function Points. Die ungewichteten Function Points werden in der nächsten Phase mittels festgelegter Bewertungsfaktoren gewichtet.

Neben der reinen Function-Point-Methode existieren weitere Aufwandsschätzmethoden (beispielsweise Cocomo), die auf den unjustierten Function Points basieren, aber die Justierung mittels eigener Berechnungen vornehmen.

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