Erektile Dysfunktion – ein Tabuthema mit hoher Betroffenheit

February 13, 2013 | Author: | Posted in Medizin

Begriffe wie “Impotenz” oder “Potenzstörung” werden immer wieder zum Inhalt derber Stammtischwitze gemacht. Für die Betroffenen allerdings, ist dieses Thema noch heute ein Tabu in unserer Gesellschaft. Die Meinung, Männer müssen “richtige” Männer sein und dieses äußert sich in ihrer Potenz, grasiert seit ewiger Zeit in vielen Köpfen.

Eine Studie aus dem Jahre 2008 ergab, dass in Deutschland bei 23,7% der Männer, zwischen 30 und 80 Jahren, eine erektile Dysfunktion vorliegt, 7,9% davon sind behandlungsbedürftig, da sie unter ihrer sexuellen Situation leiden.

Um eine erektile Dysfunktion von einer gelegentlichen, völlig “normalen” Potenzstörung zu unterscheiden, hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie diesen Begriff klar definiert. Danach bezeichnet man ein chronisches Krankheitsbild, welches mindestens 6 Monate andauert, während 70% der Versuche zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs erfolglos sind, als erektile Dysfunktion.

Die Entstehung und das Aufrechterhalten einer Erektion ist äußerst komplex und dadurch natürlich auch sehr störanfällig. Sowohl organische als auch psychische Faktoren kommen als Auslöser einer Erektionsstörung in Frage.

Häufigste physische Ursache sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Arterienverkalkung, Bluthochdruck oder ein zu hoher Cholesterinspiegel, gefolgt von Diabetes mellitus. Doch auch Operationen im Beckenraum, hormonelle Störungen, Übergewicht und der Missbrauch von Nikotin, Alkohol oder Drogen können Auslöser für diese Erkrankung sein.

Selbst einige Medikamente rufen Sexualstörungen hervor. Dabei nehmen Blutdrucksenker oder Mittel zur Senkung von Cholesterin und Blutfettwerten, sowie Herz-Kreislauf-Medikamente die vorderen Plätze ein. Psychisch bedingte Erektionsstörungen, die bei etwa 20 Prozent der Männer bis zum 35. Lebensjahr auftreten, haben ihre Ursache darin, dass sexuelle Reize nicht in erektionsauslösende Nervensignale umgesetzt werden. Beispielsweise können Partnerschaftsprobleme, Stress, Depressionen oder Versagensängste der Auslöser hierfür sein.

Studien ergaben, dass Potenzstörungen oftmals Vorboten für Gefäßerkrankungen, wie Herzinfarkt, Diabetes Typ 2 oder Schlaganfall sind. Für Männer mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko durch Übergewicht, Mangel an Bewegung, Rauchen oder überhöhten Alkoholkonsum, sind solche Erektionsstörungen also oftmals ein Frühwarnsystem, das den oben genannten Erkrankungen 5-7 Jahre vorausgeht.

Um eine erektile Dysfunktion zu diagnostizieren, ist ein persönliches Gespräch mit beiden Partnern, u.a. über das Sexualleben, äußerst wichtig. Auf diese Erkrankung spezialisierte Urologen bieten auch entsprechende Fragebögen an, die es manchen Patienten leichter machen, sich über ihr Problem zu äußern. Nachdem die persönlichen Lebensumstände besprochen wurden, folgen allgemeine und spezifische körperliche Untersuchungen.

Nach der Klärung der Ursachen wird der Arzt eine individuelle Behandlung vorschlagen und über deren Vor-und Nachteile aufklären. Zur Wahl stehen dabei, neben einer medikamentösen Behandlung und Erektionshilfen, auch Gefäßoperationen oder die Implantation einer Penisprothese.

Trotz aller Therapiemöglichkeiten sollte man sich im Klaren sein, dass eine Umstellung der Lebensgewohnheiten an vorderster Stelle stehen muss. Körperliche Bewegung, Nikotinstop, Gewichtsreduzierung und die Normalisierung von Blutzuckerspiegel, Blutdruck und Cholesterin haben in jedem Fall positiven Einfluss auf die Erektionsfähigkeit.

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