Audio Kompressor was macht dieses Gerät so besonders?

November 28, 2012 | Author: | Posted in Musik & Film

Sowie der Equalizer ist auch der Audio Kompressor für ein heutiges Tonstudio und für heutige professionelle Musikproduktionen nicht mehr wegzudenken. Doch was macht dieses Gerät so besonders?

Der Kompressor macht in erster Linie Audiosignale “lauter” und das (bei richtiger Einstellung) ohne Übersteuerung (= Lautstärke im roten Bereich, ergibt Kratzgeräusche).

Man nehme eine laute Kickdrum eines Pop-Songs, die immer besonders hervorgehoben sind und durch ihre Kick-Geräusche bekannt sind. Hier ist die Lautstärke meist extrem hoch, da sie ja hervorgehoben werden müssen. Hier schleichen sich häufig und gerne die meisten Übersteuerungen ein.

Mit dem Audio Kompressor wird dieses Problem gelöst, indem es mit einem bestimmten Schwellwert (Threshold-Wert) angibt, ab welcher Lautstärke das Audiosignal zurückgenommen werden soll, d.h. ab wann das Signal erstmal leiser gemacht wird, ohne am Masterregler vom Mischpult zu experimentieren.

Ist der Threshold-Wert sehr hoch eingestellt, so wird das Signal schon zurückgeregelt, wenn es noch garnicht im roten Bereich ist. Solche hohen Einstellungen sind in der Regel nicht sinnvoll, da sie das Signal sehr verfremden können, was Lautstärke betrifft und man es daher, wenn es dann zu leise wird, nicht mehr lauter drehen kann, da der Kompressor es direkt wieder zurückregelt.

Wie heißen die Regler beim Audio Kompressor?

Ein guter Kompressor besitzt in der Regel 6 Regler. Diese werden Input-Gain, Threshold, Ratio, Attack, Release und Output-Gain genannt.

Der Input-Gain gibt in Dezibel (db = tontechnische Einheit für Lautstärke) an, wie laut das eingehende Audiosignal schon vor der Kompression geregelt wird. Je höher der Input-Wert, desto lauter das unkomprimierte Signal und desto mehr Übersteuerungsgefahr.

Der Threshold gibt den Schwellwert in Dezibel an, ab wann der Kompressor zurückregeln soll, also ab welcher Lautstärke er das Signal komprimieren soll. Gibt man 0 db an, so regelt er garnichts zurück, selbst wenn man vor Übersteuerung keine Musik mehr hört.

Ratio ist ein Verhältnis x:1. Der Ratio-Regler gibt an, wie stark das Signal komprimiert wird. 1:1 bedeutet, es wird nichts zurückgeregelt. Das Signal bleibt so, wie es in den Kompressor kommt. 2:1 bedeutet beispielsweise, dass das Signal, wenn es den Threshold-Wert überschreitet, um den Faktor 2 zurückgeregelt wird. Das Maximum liegt bei unendlich:1. Hier spricht man nicht mehr von einem Kompressor, sondern von einem Limiter.

Der Attack-Wert gibt in Milisekunden (ms) an, wie lange es dauert, bis das Signal nun komprimiert wird. Werden 1 ms bzw. 0 ms angegeben, so wird es direkt komprimiert, wenn es ertönt.

Mit dem Release-Wert wird in Milisekunden angegeben, wie lange es dauert, bis das komprimierte Signal wieder die Normallautstärke erhält (also wieder unkomprimiert wird).

Schließlich kann man am Ende das komprimierte Signal gesamtlich mit dem Output-Gain Regler anheben, ohne Übersteuerungen in Kauf zu nehmen.

Audio Kompressor – welche Gefahren können entstehen?

Bei zu hoher Kompression kann das Signal anfangen zu “pumpen”. Dies bedeutet, dass das Signal zu stark zurückgeregelt wird und danach wieder normale Lautstärke erhält. Das klingt sehr unprofessionell und nervig. Deshalb immer mit mittleren Werten arbeiten.

Tipp: Die meisten Ratio-Werte liegen bei 2:1 bis 6:1. Die meisten Threshold-Werte bei 10 db bis 24 db. Bei Attack und Release sollte man nach Gehör regeln. Ein guter Anfang dafür wäre ein Attack von 20 ms und ein Release von 200 ms. Ab da entscheidet man dann nach Gehör und regelt mehr oder weniger.

Author:

This author has published 81 articles so far. More info about the author is coming soon.

Leave a Reply


3 + 2 =