Armut als Folge von Inflation

April 4, 2014 | Author: | Posted in Geld

 Vermögensverteilung in Deutschland 2014

 In Deutschland öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter. Dabei wird dem von den USA bereits seit Jahrzehnten eingeschlagenen Weg gefolgt. Bereits 2007 verfügten die 10 % der Superreichen (volljährige Personen) in Deutschland über 61,1 % des gesamten in der Bundesrepublik vorhandenen Netoovermögens. Tendenz steigend. Gleichzeitig schoben die untersten 10 % der Bevölkerung einen hohen Schuldenbetrag vor sich her. Dieser machte sich am „Gesamtvermögen“ 2007 mit -1,6 % bemerkbar. Weiterhin besaß die arme Hälfte deutschen Bürger zusammen nur 1,6 %. Die viel gepriesene deutsche Mittelschicht ist auf einem absteigenden Ast und wird sich in Zukunft auf die beiden Pole Arm und Reich aufteilen. Theoretisch wäre diese Verteilung auch akzeptierbar, wenn diese sich auf unternehmerischer Leistung gründet. Steigt die Inflationsrate an, wird diese Voraussetzung zum Vermögensaufbau aber immer überflüssiger. Verlierer von Hyperinflationsphasen sind meist der langfristig kalkulierende Kaufmann oder der durchschnittliche Sparer. Auf der Gewinnerseite stehen die kurzfristig agierenden Spekulanten und Abzocker auf Kosten breiter Bevölkerungsschichten.

Ursachen für das Auseinanderdriften von Reich und Arm

 Das billige Geld der Europäischen Zentralbank lässt den Zusammenhang zwischen Leistung und Entlohnung immer weiter in den Hintergrund treten. Sparen als Mittel zum Vermögensaufbau wird durch die inflationäre Politik mit Fehlverhalten und Dummheit gleichgesetzt. Stattdessen wird der Bürger dazu angehalten sein Geld zu verprassen und sich in kostspielige Abenteuer zu flüchten. Dabei profitiert der Erste, der von einer Geldmengenerhöhung Kenntnis hat, am ehesten von einer lockeren Geldpolitik. Nimmt man an, dass die im Wirtschaftskreislauf vorhandene Gütermenge bis auf kleinere Steigerungen konstant bleibt, bleiben die Preise ebenfalls kurzzeitig stabil. Der Erste in der Reihe kann das zusätzliche Geld nutzen, um mehr Güter als vorher anzuschaffen. Inflationsverlierer sind Diejenigen bei denen das zusätzliche Geld am Schluss ankommt, da sich das höhere Preisniveau bereits durchgesetzt hat. Insgesamt verstärkt sich durch diesen Mechanismus die Schwere zwischen Arm und Reich. Ähnlich verhält es sich bei Aktien, Immobilien oder Gold. Da die reicheren Schichten in größerer Zahl über diese Vermögenswerte verfügen, ergibt sich bei einem Anstieg des Preisniveaus ein erheblicher Vermögenszuwachs. Die Besitzlosen profitieren von hohen Inflationsrate nicht von diesen Preissteigerungen, wodurch sich der Rückstand gegenüber dem reichsten Zehntel der Bevölkerung weiter verstärkt. Der Abstand zwischen vermögenden und vermögenslosen Haushalten wird durch eine Inflationsphase mit überdurchschnittlichen Teuerungsraten somit immer größer.

Geldpolitik der Europäischen Zentralbank als treibende Kraft

 Auch wenn aktuell kaum eine Hyperinflation in Deutschland zu befürchten ist führen die moderaten Inflationsraten zur Verarmung breiter Bevölkerungsschichten. Dieses schleichende Prozess führt langsam aber sicher zu einer immer größeren Vermögens- und Einkommensungleichheit. Im Gegensatz zu den 1970er Jahren mit ihren zum Teil sehr hohen Preissteigerungsraten – 1973 stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 % – verursacht die aktuell starke Ausweitung der Geld- und Kreditmenge anscheinend noch keine massive Preiserhöhung auf breiter Front. So gibt das Statistische Bundesamt für das Jahr 2013 einen Anstieg des Verbrauchpreisindexes von geringen 1,5 % im Vergleich zum Vorjahr an. Bei der Berechnung dieser Rate gehen die Statistiker von einem fiktiven Warenkorb aus, der über die berücksichtigen Waren die Verbrauchsgewohnheiten eines typischen Haushaltes abbilden soll. Mit dem Durchschnittswert der einzelnen Warenpreissteigerungen ergibt sich vereinfacht die publizierte Steigerungsrate der Verbraucherpreise. Dabei werden aber die teilweise immensen Preisanstiege bei Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen, Immobilien oder Kunstgegenständen nicht angemessen berücksichtigt. Folglich können die Währungshüter ihrer keynesianischen Währungspolitik frönen und unverblümt die Währungsstabilität im Euroraum anpreisen. In der Realität resultiert natürlich aus der Geld- und Kreditmengensteigerung sehr wohl ein starker Anstieg des Preisniveaus. Da sich der Großteil dieser Vermögenswerte in den Händen einer sehr kleinen Gruppe der Bevölkerung konzentriert, wird diese durch eine lockere Geldpolitik immer reicher. Demgegenüber verlieren die Bezieher fixer Einkommen im Vergleich zu der wohlhabenden Gruppe immer mehr an Boden. Zu den Verlieren dieser Politik zählen besonders Rentner und Niedrigverdiener deren Einkommen mit den Preiszuwächsen nicht ansatzweise Schritt halten.

Fazit

 Entgegen der Versprechungen keynesianischer Politiker ist diese Währungspolitik hochgradig unsozial und verstärkt die Einkommens- und Vermögensungleichheit. Der soziale Frieden wird auf lange Sicht auf diese Weise nicht gewahrt.

 

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